Ladeinfrastruktur und Depotplanung: Leitfaden zum Umstieg auf die Elektroflotte

Der häufigste Fehler beim Umstieg auf die Elektroflotte ist, die Planung beim Fahrzeug zu beginnen. Erfahrene Betreiber gehen den Weg umgekehrt: erst das Depot, dann das Fahrzeug. Denn wenn die Ladeinfrastruktur unzureichend ist, wird selbst das beste Elektrofahrzeug zu stillstehendem Kapital auf dem Hof.

Die Schritte der Depotplanung

  • Netzanalyse: Messung der aktuellen Netzanschlussleistung der Anlage; bei Bedarf frühzeitiger Kontakt zum Verteilnetzbetreiber wegen Trafo- und Leitungskapazität
  • Ladeprofil: Ermittlung der im Depot verbrachten Standzeiten der Fahrzeuge; nächtliches Langsamladen ist in den meisten Betrieben sowohl günstiger als auch ausreichend gegenüber Schnellladung
  • Intelligentes Lastmanagement: Software, die alle Fahrzeuge nicht gleichzeitig, sondern nach Priorität lädt; senkt Spitzenlastbedarf und Stromrechnung
  • Flächenlayout: Positionierung der Ladepunkte so, dass Park- und Rangierabläufe nicht gestört werden; Lademöglichkeit auch bei angekuppeltem Trailer
  • Reserve für die Zukunft: Kabelkanäle und Verteilerkapazität nach der Zielflottengröße, nicht nach dem heutigen Stand auslegen

Schrittweiser Umstieg

Das gemeinsame Muster erfolgreicher Beispiele ist das Pilotprojekt: Zunächst werden wenige vorhersehbare Routen elektrifiziert, die jeden Abend ins Depot zurückkehren; echte Verbrauchsdaten werden gesammelt, und die Infrastruktur wird anhand dieser Daten skaliert. Ergänzungen wie Solarpaneele und stationärer Batteriespeicher sind die nächsten Schritte zur Steuerung der Stromkosten. Die Elektroflotte ist kein Beschaffungsprojekt, sondern ein Infrastrukturprojekt; Budget und Zeitplan müssen entsprechend aufgestellt werden.