Im Chemietanker-Betrieb wird Sicherheit auf zwei Achsen aufgebaut. Die erste ist die Werkstoffverträglichkeit: Das transportierte Produkt muss mit Tankwand, Dichtung, Ventil und Pumpe chemisch verträglich sein. Die zweite ist die Produkt-Produkt-Verträglichkeit: Die neue Ladung darf mit den Rückständen der vorherigen Ladung nicht gefährlich reagieren und darf qualitativ nicht kontaminiert werden.
Werkstoffverträglichkeit: Sie beginnt mit der Liste
Jeder Tanker verfügt über eine Produktliste, die definiert, welche Stoffe er transportieren darf, und diese Liste ist keine Empfehlung, sondern eine Grenze. Während Edelstahl ein breites chemisches Spektrum transportiert, verlangen manche aggressiven Produkte einen Tank mit Gummi- oder Polymerauskleidung; das eigentlich vergessene schwache Glied sind jedoch Dichtungen und Schläuche. Selbst wenn der Körper standhält, quillt ein falscher Dichtungswerkstoff innerhalb von Tagen auf, verhärtet und beginnt zu lecken.
Disziplin gegen Kreuzkontamination
- Ladungshistorie-Protokoll: Die zuletzt vom Tank transportierten Produkte werden dokumentiert; zwischen manchen Produktpaaren ist eine verpflichtende Zwischenladung oder Sonderreinigung erforderlich
- Zertifizierte Reinigung: Beim Produktwechsel erfolgt die Reinigung an einer zugelassenen Station nach produktspezifischem Verfahren; das Reinigungszertifikat ist das Dokument der Fahrt
- Jagd auf Totraum: Rückstände in Pumpengehäuse, Ventilhohlräumen und Rohrböden sind die häufigste Kontaminationsquelle
- Widmung an ein Produkt: Bei den riskantesten Chemikalien ist die sicherste Lösung, den Tank einem einzigen Produkt zu widmen
Auf Herstellerseite beginnt der Kampf gegen Kreuzkontamination bereits im Design: vollständig entwässerndes Gefälle, totraumfreie Ventilanordnung und eine reinigungsfreundliche Innenoberflächenqualität. Ein leicht zu reinigender Tank ist sowohl sicherer als auch häufiger im Einsatz.