Im lebensmitteltauglichen Transport ist der Tank eine mit dem Produkt in Kontakt stehende Lebensmitteloberfläche und wird mit derselben Ernsthaftigkeit geführt wie eine Lebensmittelanlage. Für einen Betreiber, der in diesem Segment arbeiten möchte, ist Hygiene kein Begriff, der im Ordner mit Qualitätszertifikaten liegt, sondern ein bei jeder Fahrt wiederholtes Verfahren.
Die Bausteine der Hygiene
- Geeignete Oberflächen: Tankinneres, Dichtungen und Schläuche, die mit dem Produkt in Kontakt kommen, müssen aus lebensmittelechtem Material bestehen; eine glatte Oberfläche verhindert Rückstandshaftung
- Zertifizierte Reinigung: Bei Produktwechseln wird der Tank an einer zugelassenen Waschstation gereinigt und ein Reinigungszertifikat ausgestellt; dieses Dokument ist an den meisten Verladestellen Voraussetzung
- Vorladungsprotokoll: Es wird Buch geführt über zuletzt transportierte Produkte; viele Lebensmittelverlader beladen nicht, ohne die Liste der Vorladungen zu sehen
- Versiegelung: Mannloch- und Ventilplomben von der Beladung bis zur Entladung belegen, dass das Produkt unterwegs nicht manipuliert wurde
- Getrennte Flotte: Die sauberste Lösung ist es, Lebensmittelfahrzeuge vollständig von Chemikalien- und Mineralladungen zu trennen
Die Zertifikatsseite
Große Abnehmer in der Lebensmittel-Lieferkette erwarten vom Transporteur eine Zertifizierung auf Basis eines Lebensmittelsicherheits-Managementsystems; speziell auf Transportbetriebe zugeschnittene Hygiene-Zertifizierungsprogramme sind in diesem Segment faktisch Standard geworden. Ebenso wichtig wie das Zertifikat selbst ist, dass bei einer Prüfung ein tatsächlich gelebtes System vorgezeigt werden kann: Waschprotokolle, Vorladungslisten und Dichtungswechselhistorie müssen auf Nachfrage innerhalb von Minuten vorliegen.
Der lebensmitteltaugliche Betrieb ist aufwendig; doch genau dieser Aufwand ist die Eintrittsbarriere des Segments und die Quelle stabiler Frachtraten.