Die gefährlichsten toten Winkel einer Zugmaschine-Trailer-Kombination liegen nicht bei der Kabine, sondern rund um den Trailer: der Streifen entlang der rechten Fahrzeugseite, der Heckmanövrierbereich und die Innenseite bei Kurven. Sensoren nur in der Kabine zu platzieren bedeutet, den längsten Aufbau ohne Sicht zu lassen.
Welcher Sensor, wo am Trailer?
Seitlich angebrachte Radare und Kameras speisen Spurwechsel- und Abbiegeassistenten; besonders bei der Erkennung von Radfahrern und Fußgängern decken sie den Bereich ab, den der Kabinensensor nicht sieht. Heckkameras und Ultraschallsensoren machen das Andocken an die Rampe und Rückwärtsmanöver sicher. Innenraumkameras erzeugen wiederum operative Daten wie Ladungsverschiebung und Auslastungsverfolgung.
Ingenieurtechnische Realitäten
- Die Trailerumgebung ist anspruchsvoll: Ein gegen Vibration, Schlamm, Salz und Waschwasser beständiges Gehäuse ist Pflicht
- Verschmutzungserkennung und Beheizung an Linsen- und Radaroberflächen sind Voraussetzung für den Winterbetrieb
- Nach Aufbaureparatur oder Lackierung muss die Sensorkalibrierung erneuert werden
- Bei jedem Zugmaschinenwechsel muss sich das System mit unterschiedlichen Fahrzeugmarken koppeln lassen
Diese heute für die Fahrerassistenz montierte Ausrüstung ist die Datenquelle der autonomen Systeme von morgen. Der wahrnehmungsfähige Trailer ist längst kein passiver Aufbau mehr, sondern die sehende und berichtende Hälfte der Kombination; für Flottenmanager ist er zudem eine konkrete Investition, die Unfallkosten senkt.