Die EU-Regeln zu Gewicht und Abmessungen ändern sich: Die Tür öffnet sich für aerodynamische Anbauten und längere Fahrzeuge

Auf europäischen Straßen werden zulässiges Höchstgewicht und Abmessungen schwerer Nutzfahrzeuge durch gemeinsame Regeln festgelegt. Dieser Rahmen blieb viele Jahre unverändert; doch Emissionsziele und Effizienzdruck haben die Aktualisierung der Regeln auf die Tagesordnung gebracht. Der Wandel hat zwei Hauptachsen: die den aerodynamischen Anbauten eingeräumte Flexibilität und die Öffnung für längere Fahrzeugkombinationen.

Raum für aerodynamische Anbauten

In den klassischen Regeln verbot die zulässige Höchstlänge jeden zusätzlichen Zentimeter am Trailerheck; das behinderte faktisch bewährte Lösungen wie den Boat Tail. Der aktualisierte Ansatz erlaubt unter bestimmten Bedingungen, dass klappbare aerodynamische Geräte nicht auf die Fahrzeuglänge angerechnet werden. In ähnlicher Weise wird auch strömungsgerechten, verlängerten Kabinenformen Raum eingeräumt; so gerät Effizienz nicht mehr in Widerspruch zur gesetzlichen Längenbegrenzung.

Auswirkungen auf das Design

  • Heckklappen- und Scharnierbereich müssen zusammen mit Klappmechanismen für Paneele konstruiert werden
  • Beleuchtung und Kennzeichnung müssen sowohl bei geöffnetem als auch geschlossenem Gerät sichtbar bleiben
  • Bei langen Kombinationen müssen Achslasten und Manövrierfähigkeit erneut nachgewiesen werden
  • Die länderspezifischen Durchfahrtsregeln müssen bei internationalen Strecken in die Betriebsplanung einfließen

Lange Fahrzeugkombinationen werden von manchen Mitgliedstaaten bereits in ihren eigenen Netzen erprobt; die Diskussion bewegt sich inzwischen in Richtung ihrer grenzüberschreitenden Nutzung. Die Botschaft für den Trailerhersteller ist klar: Wer modulare, aerodynamische und an neue Längenszenarien anpassbare Plattformen konstruiert, bereitet sich schon heute auf den Markt von morgen vor.

Quellen

  • Van Raemdonck, G. M. R. & Urila, I. (2019). A Study in Options to Improve Aerodynamic Profile of Heavy-Duty Vehicles in Europe. Sustainability, 11(19), 5519. DOI: 10.3390/su11195519