Bremsen, Kurven und Bodenwellen erzeugen Kräfte, die die Ladung im Aufbau ständig zu bewegen versuchen. Die Aufgabe der Ladungssicherungsausrüstung ist es, diese Kräfte aufzunehmen — doch die Ausrüstung liefert die auf ihrem Etikett angegebene Kapazität nur bei richtigem Einsatz.
Grundlagen der Ausrüstungswahl
- Spanngurte: Standard für allgemeine Fracht; ein Gurt mit unleserlichem Etikett, Einschnitten oder Knoten ist nicht mehr einsatzfähig
- Ketten und Spannelemente: bevorzugt bei Baumaschinen und schweren Stahllasten; Haken müssen exakt an den Anschlagpunkten der Ladung sitzen
- Kantenschoner: verhindern das Durchscheuern des Gurts an scharfen Kanten und sorgen dafür, dass die Spannung um die Ladung herum wirkt
- Antirutschmatten: erhöhen die Reibung und reduzieren die erforderliche Anzahl an Zurrpunkten; ihre Wirkung ist auf nassem und öligem Untergrund begrenzt
- Zwischentrenner und Stützen: verhindern, dass die Ladung im Aufbau verrutscht und Lücken schließt
Häufigste Fehler vor Ort
Der häufigste Fehler ist, die Anzahl der Zurrmittel nach Augenmaß festzulegen: Die richtige Anzahl wird anhand von Ladungsgewicht, Reibungsbedingung und Anschlagwinkel berechnet. Der zweite Fehler sind Zurrungen, die vom rechten Winkel abweichen; je flacher der Gurt liegt, desto schneller schwächt sich die Niederhaltewirkung ab. Der dritte Fehler ist die Vernachlässigung der Kontrolle während der Fahrt: Setzt sich die Ladung, lockern sich die Gurte — die Spannung muss bei der ersten Pause zwingend erneut geprüft werden.
Ladungssicherung ist keine Ausrüstungsliste, sondern eine Frage der Berechnung und Gewohnheit. Der Fahrer, der die richtige Ausrüstung an der richtigen Stelle, im richtigen Winkel und in ausreichender Anzahl anwendet, schützt nicht nur die Ladung, sondern auch sich selbst und den Verkehr.