Elektronische Bremssysteme und autonomes Fahren: Die Infrastruktur auf der Trailerseite

Die kritischste Fähigkeit eines autonomen Fahrzeugs ist nicht das Beschleunigen, sondern das Anhalten. So intelligent die Zugmaschine auch sein mag, der Großteil der Bremskraft kommt von den Trailerachsen; deshalb ist die grundlegende Infrastruktur des autonomen Fahrens auf der Trailerseite das elektronische Bremssystem (EBS).

Von Pneumatik zu Elektronik

Bei der klassischen pneumatischen Bremse wird der Befehl durch den Luftdruck entlang der Leitung übertragen, und die Verzögerung ist physikalisch bedingt. Beim EBS erreicht die Bremsanforderung per elektrischem Signal sofort alle Modulatoren; Luft wird nur zur Krafterzeugung genutzt. Die verkürzte Reaktionszeit macht die Bremswegberechnung des autonomen Systems zuverlässig; die lastabhängige Druckverteilung sendet jeder Achse Kraft im Verhältnis zur getragenen Last und erhält so die Stabilität.

Fähigkeiten auf dem Weg zur Autonomie

  • Automatisches Eingreifen der Kippvermeidungsfunktion in Kurvenszenarien
  • Echtzeit-Meldung von Bremsbelagverschleiß und Bremstemperatur
  • Kontinuierliche Übermittlung der Achslastdaten an die Zugmaschine
  • Gestuftes und vorhersehbares Rückfallverhalten im Störungsfall

Im autonomen Szenario setzt das Bremssystem nicht nur Befehle um, sondern erklärt kontinuierlich auch seinen eigenen Gesundheitszustand. Da das Gefühl des Fahrers am Pedal entfällt, ist die Selbstüberwachung des Systems zwingend erforderlich. Flotten, die EBS-Wartung heute ernst nehmen und Bremsdaten per Telematik verfolgen, haben die Datendisziplin der autonomen Operation von morgen bereits aufgebaut.