Im Tieflader-Betrieb denkt man zuerst an Genehmigungsverfahren, Achslasten und Routenplanung; die Aerodynamik wird mit dem Satz „bei diesen Geschwindigkeiten macht das nichts aus" übergangen. Die Felddaten sagen etwas anderes: Studien zum Segment der Nicht-Kasten-Auflieger zeigen, dass diese Fahrzeuge mehr Kilometer als angenommen bei Reisegeschwindigkeit und einen erheblichen Teil davon leer zurücklegen.
Die Leerrückfahrt: die verborgene Chance
Eine Baumaschine auf einem beladenen Tieflader ist aerodynamisch ein unberechenbares Profil, und der Eingriffsspielraum ist begrenzt. Auf der Leerrückfahrt ändert sich das Bild jedoch: Die niedrige, ebene Plattform eignet sich hervorragend für strömungsgerechte Maßnahmen. In Operationen mit hohem Leerkilometeranteil kommt der Gewinn genau von hier.
Umsetzbare Lösungen
- Kurze, schlagzähe Verkleidungspaneele an den Chassisseiten
- Ein Deflektor am Schwanenhals, der die Strömung über die Plattform leitet
- Rampen, die während der Fahrt horizontal verriegelt eine ebene Fläche bilden
- Bei beladener Fahrt die Ladung möglichst niedrig und weit vorn positionieren
Realistische Erwartungen sind wichtig: Die Einsparquote ist nicht so hoch wie beim Kastenauflieger. Doch in einer Schwertransportflotte mit Hunderttausenden Kilometern pro Jahr entspricht selbst eine Einsparung im Band von ein bis zwei Prozent einer Summe, die kein Unternehmen auf dem Tisch liegen lässt.
Quellen
- Durbin, T. D., Johnson, K. C., Jung, H. & Miller, J. W. (2021). Characterizing non-box trailer activity and aerodynamic devices for greenhouse gas emissions reductions. Transportation Research Part D: Transport and Environment, 98, 102763. DOI: 10.1016/j.trd.2021.102763