Ein Containerchassis steht ohne Ladung wie ein offener Gitterrahmen im Wind; die unterschiedlichen Anordnungen von 20- und 40-Fuß-Containern erzeugen zudem bei jeder Fahrt ein anderes aerodynamisches Profil. Diese Variabilität verhindert das direkte Kopieren der für Kastenauflieger entwickelten Standardlösungen.
Bewährte Methoden
- Klappbare Seitenpaneele: Systeme, die den Chassisrahmen schließen und auch ohne Container wirken
- Spaltmanagement: Überbrückung der Lücke zwischen zwei kurzen Containern per Deflektor
- Zugmaschinen-Abstimmung: Ausrichtung der Dachspoilerhöhe auf die Containerhöhe
- Hinterkantengestaltung: Leichte Panellösungen zum Anbau an die Hinterkante des letzten Containers
Die Realität der Leerfahrten
Felduntersuchungen zeigen, dass Containerchassis einen erheblichen Teil ihrer Fahrten leer oder teilbeladen zurücklegen; das erhöht den Anteil aerodynamischer Lösungen, die in der Leerkonfiguration wirken, am Gesamtgewinn. In hafenlastigen Rotationen mit niedrigen Geschwindigkeiten verlängert sich die Amortisationszeit, auf langen intermodalen Strecken amortisiert sich die Investition dagegen rasch. Die Entscheidung muss auf dem realen Geschwindigkeits-Distanz-Profil der Flotte beruhen.
Quellen
- Durbin, T. D., Johnson, K. C., Jung, H. & Miller, J. W. (2021). Characterizing non-box trailer activity and aerodynamic devices for greenhouse gas emissions reductions. Transportation Research Part D: Transport and Environment, 98, 102763. DOI: 10.1016/j.trd.2021.102763
- Van Raemdonck, G. M. R. & Urila, I. (2019). A Study in Options to Improve Aerodynamic Profile of Heavy-Duty Vehicles in Europe. Sustainability, 11(19), 5519. DOI: 10.3390/su11195519